Musikzitat

Das Musikzitat unterliegt, neben dem Groß- und Kleinzitat, dem Zitatrecht nach § 51 Nr. 3 UrhG. Das Musikzitat ist die Einbindung eines Teils eines Musikstücks in ein neues, eigenständiges Musikwerk. Dabei fungiert das Musikzitat weniger als Beleg oder Erläuterung, sondern eher als Stilmittel zur Herbeiführung einer Assoziation, so z.B. um eine bestimmte Stimmung zu vermitteln oder einen anderen Komponisten zu loben. Anders als beim Groß- oder Kleinzitat kann der Zweck eines Musikzitats zwar geringer sein, jedoch darf nur soviel aus dem Originalwerk entnommen werden, dass seine Erkennbarkeit und das Auslösen der Assoziationen gewährleistet ist, wobei da nach dem Urteilsvermögen eines Musiklaien gemessen wird. Außerdem darf nur eine zitierte Stelle im neuen Werk aufgeführt werden (Wiederholungen derselben Stelle z.B. im Refrain sind erlaubt). Die Zitierfreiheit ist dann erschöpft, wenn der genutzte Teil nicht nur einen Bezug darstellt, sondern substanziell für das neue Werk wird. Musikzitate bilden eine Ausnahme vom starren Melodieschutz, da sie nicht als Material für neue Melodien genutzt werden (wie es z.B. beim Sampling der Fall sein kann). Der Komponist unterliegt dem Änderungsverbot nach § 39 UrhG, wobei eine Verschiebung in Tonart oder Rhythmus durch den fließenden Einbau des Zitats in das neue Musikwerk zwangsläufig passieren kann. Das wiederum kann, je nach Auslegung und Ausmaßes der Änderung, unter eine gemäß § 39 Abs. 2 nach Treu und Glauben zulässige Änderung fallen. Das Zitat sollte als Quellenangabe nach § 63 UrhG dem Musikwerk schriftlich, z.B. im Notendruck, beigelegt werden.