Verwertungsrecht

Die Verwertungsrechte nach §§ 16 ff. (UrhG) stehen dem Urheber gesetzlich zu und berechtigen ihn exklusiv dazu, sein Werk in jeglicher Art zu verwerten und einem Dritten die Verwertung damit zu verbieten. Dabei wird im Urheberrecht unterschieden zwischen körperlicher und unkörperlicher Form. Zu den Verwertungsrechten der körperlichen bzw. physischen Form zählen das Vervielfältigungs- (§16 UrhG), das Verbreitungs- (§ 17 UrhG) und das Ausstellungsrecht (§ 18 UrhG). Zu den unkörperlichen Verwertungsrechten zählen das Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht (§ 19 UrhG), das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (§ 19a UrhG), das Senderecht (§ 20 UrhG), das Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger (§ 21 UrhG) und das Recht der Wiedergabe von Funksendungen und von öffentlicher Zugänglichmachung (§ 22 UrhG). Möchte ein Urheber an seinen Werken Geld verdienen, kann er einzelne oder mehrere Nutzungsrechte an Lizenznehmer übertragen, die ihm wiederum eine Vergütung zukommen lassen, entweder direkt oder über Verwertungsgesellschaften. Diese Rechte sind jedoch nicht uneingeschränkt gültig, d.h. Werke können zugunsten der Allgemeinheit und unter bestimmten Voraussetzungen ohne die Zustimmung des Urhebers genutzt werden, z.B. für Unterrichtszwecke oder für die Zitation. Man spricht dabei von den Schranken des Urheberrechts, die in den §§ 44a – 63a UrhG aufgeführt werden. Da es kaum in der Macht eines einzelnen Urhebers steht, zu überprüfen, ob seine Werke rechtmäßig genutzt werden, melden sich viele Künstler bei einer Verwertungsgesellschaft an. In der deutschen Musikbranche ist die GEMA für die Verwaltung der Nutzungsrechte von Urhebern wie Textdichtern oder Komponisten zuständig, während die GVL dei Nutzungsrechte von Leistungsschutzberechtigten administriert.